VW-Abgasaffäre: Wie der Skandal bis heute die Konzernspitze erschüttert
Catrin KabusVW-Abgasaffäre: Wie der Skandal bis heute die Konzernspitze erschüttert
Volkswagen steht weiterhin unter den Folgen des Abgasskandals, bei dem mehrere Führungskräfte unter Ermittlungsdruck geraten sind. Im Zentrum des Skandals steht eine manipulative Software, mit der in rund 11 Millionen Fahrzeugen weltweit Abgastests gefälscht wurden. Schlüsselfiguren wie der ehemalige Konzernchef Martin Winterkorn werden wegen des Verdachts auf Betrug und Marktmanipulation überprüft.
Bereits im Juli 2015 informierte ein VW-Abgasfachmann Martin Winterkorn und den damaligen Markenchef Herbert Diess über die betrügerische Software – mindestens zwei Monate, bevor der Skandal öffentlich bekannt wurde. Winterkorn, der später zurücktrat, steht nun wegen seiner Rolle in der Affäre unter Ermittlungen.
Nach Winterkorns Abgang übernahm Matthias Müller den Vorsitz bei Volkswagen. Unter seiner Führung treibt das Unternehmen eine große Expansion in den Bereichen Elektromobilität, digitale Dienstleistungen und autonomes Fahren bis 2025 voran. Gleichzeitig wird auch Hans Dieter Pötsch, der Ferdinand Piëch als Chef des Aufsichtsrats nachfolgte, wegen des Verdachts auf Marktmanipulation untersucht.
Stephan Weil, der SPD-Ministerpräsident Niedersachsens, vertritt das Land im VW-Aufsichtsrat und übt dort ein Präsidialamt aus. Wolfgang Porsche, ein einflussreiches Mitglied des Porsche-Piëch-Clans, forderte nach dem Skandal offene Diskussionen über schwierige Themen innerhalb des Gremiums. Ferdinand Piëch, lange als Patriarch der Volkswagen Group gesehen, soll nach Spekulationen frühzeitig von den Abgasmanipulationen gewusst haben.
Der Abgasskandal wirkt sich weiterhin auf Führung und Geschäftsbetrieb von Volkswagen aus. Die Ermittlungen gegen Winterkorn, Pötsch und andere laufen noch. Das Unternehmen setzt nun auf eine strategische Neuausrichtung hin zu Elektro- und autonomer Technologie, um die Krise hinter sich zu lassen.






