VW-Technologiechef warnt: Deutschlands Zukunft steht auf dem Spiel
Alex TintzmannVW-Technologiechef warnt: Deutschlands Zukunft steht auf dem Spiel
Volkswagens Technologievorstand hat vor einer Bedrohung für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands gewarnt. Thomas Schmall, im Vorstand des Autokonzerns für den Bereich Technologie zuständig, nannte übermäßige Regulierung und hohe Kosten als zentrale Hindernisse. Er forderte Politiker auf, Reformen zu beschleunigen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu sichern.
Auf der Hannover Messe betonte Schmall die Notwendigkeit eines gemeinsamen Kraftakts von Regierung und Industrie. Er plädierte für eine "Made-in-Europe"-Reformagenda, um Bürokratie abzubauen und das Wachstum anzukurbeln. Ohne Veränderungen drohe Deutschland seine führende Position in der Industrie zu verlieren, warnte er.
Volkswagen habe zwar Fortschritte bei der Elektromobilität gemacht – etwa durch die Entwicklung der ersten eigenen Batteriezelle am Standort Salzgitter innerhalb von nur drei Jahren. Das Unternehmen sei zudem widerstandsfähiger und anpassungsfähiger geworden. Dennoch verwies Schmall auf die hohe Bürokratie und die Energiekosten als zentrale Herausforderungen.
Als Beispiel nannte er das Batteriewerk in Salzgitter: Die Behörden verlangten Brandschutzsysteme, die es weltweit nirgends sonst gebe. Solche Auflagen führten zu Verzögerungen und zusätzlichen Kosten, was es Unternehmen erschwere, effizient zu arbeiten.
Schmall betonte, dass Deutschland 60 bis 70 Prozent mehr Vorschriften als andere westeuropäische Länder habe. Diese Belastung in Kombination mit hohen Compliance-Kosten veranlasse Unternehmen, ihre Investitionen zu überdenken. Volkswagens langfristiges Engagement für Deutschland als Produktionsstandort hänge nun von Verbesserungen der wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen ab.
Die Warnungen kommen zu einer Zeit, in der Volkswagen weiterhin in der Elektrofahrzeug-Technologie innovativ ist. Doch Schmalls Aussagen unterstreichen ein grundlegendes Problem: Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit schwindet trotz seiner industriellen Stärken. Ohne schnellere Reformen könnten Unternehmen ihre Aktivitäten ins Ausland verlagern – mit Folgen für Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stabilität.






