VW zahlt 3.950 Euro Bonus an Mitarbeiter – trotz Diesel-Skandal und Rekordverlusten
Herbert RennerVW zahlt 3.950 Euro Bonus an Mitarbeiter – trotz Diesel-Skandal und Rekordverlusten
Volkswagen-Mitarbeiter erhalten für das Jahr 2015 eine Sonderzahlung von fast 4.000 Euro – trotz der Rekordverluste des Konzerns infolge des Diesel-Skandals. Die Vereinbarung wurde am Freitag finalisiert und umfasst rund 120.000 Beschäftigte im internen Entgeltsystem.
Die Pro-Kopf-Zahlung von 3.950 Euro erfolgt, obwohl VW 2015 mit schweren finanziellen Rückschlägen konfrontiert war. Bernd Osterloh, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, bestätigte die Einigung; die Auszahlung ist für Mai vorgesehen. Gleichzeitig mussten Führungskräfte aufgrund der schlechten Unternehmensperformance Einkommenseinbußen hinnehmen.
Mitglieder des Vorstands haben einen Teil ihrer variablen Vergütung für drei Jahre gestundet und diese an die Erholung des Volkswagen-Aktienkurses geknüpft. Dieser Schritt folgt auf Kritik von SPD-Chef Sigmar Gabriel, der sich gegen Millionenzahlungen an Manager angesichts des Skandals ausgesprochen hatte. Stephan Weil, niedersächsischer SPD-Ministerpräsident und Mitglied des VW-Aufsichtsrats, unterstützte hingegen die Prämienregelung für die Stammbelegschaft.
Der Streit um die Managerboni bleibt jedoch ungelöst. Norwegens Staatsfonds NBIM hat angekündigt, gegen Volkswagen zu klagen, mit der Begründung, die Unternehmensführung habe von der Abschalteinrichtung gewusst, die für die Abgasmanipulationen genutzt wurde.
Die Bonusvereinbarung sichert den Beschäftigten ihre Gewinnbeteiligung zu – trotz der Krise des Konzerns. Die Führungsebene hingegen muss mit verschobenen Vergütungen und anhaltender Kritik rechnen. Zudem erhöhen Klagen von Investoren den Druck auf Volkswagen, während das Unternehmen weiterhin mit den Folgen des Diesel-Skandals ringt.






