Warum Misstrauen gegen Institutionen Populisten wie die AfD stärkt
Alex TintzmannWarum Misstrauen gegen Institutionen Populisten wie die AfD stärkt
Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen, Gerichten, der Wissenschaft und den Medien wächst. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie dieser Skeptizismus den Aufstieg populistischer Bewegungen befeuert – und wirft dabei ein Licht auf Figuren wie Donald Trump oder die deutsche Rechtspopulisten der AfD.
El-Mafaalani argumentiert, dass misstrauische Menschen zunehmend enge Gruppen bilden. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" verlassen sich lieber aufeinander als auf traditionelle Institutionen. Digitale Medien haben es solchen Personen erleichtert, sich zu vernetzen und zu organisieren.
Der Soziologe warnt: Sobald Parteien wie die AfD an die Macht kommen, reicht es nicht aus, ihre Versagen aufzudecken, um das Vertrauen in die Demokratie wiederherzustellen. Wähler in diesen Milieus unterstützen oft Parteien, die die liberale Demokratie selbst ablehnen. Populistische Strategen, so El-Mafaalani, arbeiten gezielt daran, das Vertrauen in etablierte Systeme zu untergraben.
Seine Analyse zeigt: Wer den Rechtspopulismus bekämpfen will, muss diese Dynamiken verstehen. Doch das bloße Entlarven falscher Behauptungen oder das Aufzeigen von Inkompetenz reicht oft nicht aus, um skeptische Wähler zurückzugewinnen.
El-Mafaalanis Erkenntnisse verdeutlichen eine hartnäckige Herausforderung: Das Misstrauen gegenüber Institutionen sitzt tief. Selbst wenn populistische Parteien ihre Versprechen nicht einlösen, kehren ihre Anhänger nicht automatisch zur demokratischen Mitte zurück. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit neuer Strategien, um das Vertrauen in öffentliche Systeme wieder aufzubauen.






