07 April 2026, 12:39

Warum Unternehmen immer länger nach Fachkräften suchen müssen – und am Ende mehr zahlen

Eine Liniengrafik, die Trends bei der Gesamtzahl der Arbeitslosen, Stellenangebote und Kündigungen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Warum Unternehmen immer länger nach Fachkräften suchen müssen – und am Ende mehr zahlen

Stellenbesetzung wird für Unternehmen immer schwieriger – besonders für wachstumsstarke Betriebe

Eine aktuelle Studie zeigt: Viele Unternehmen tun sich zunehmend schwer, offene Stellen zu besetzen – vor allem, weil sie Lohnniveaus falsch einschätzen und zu langsam auf die Nachfrage am Arbeitsmarkt reagieren. Im Januar 2026 gaben 88 Prozent der kleinen Betriebe an, kaum oder gar keine qualifizierten Bewerber für ihre Ausschreibungen zu finden.

Besonders problematisch ist die Lage für schnell wachsende Unternehmen. Dort führen langwierige Einstellungsverfahren paradoxerweise oft zu höheren – nicht niedrigeren – Lohnangeboten. Experten führen diese Verzögerungen darauf zurück, dass Unternehmen zu wenig über die Alternativen wissen, die Bewerber auf dem Arbeitsmarkt haben. Ohne diese Informationen sind die ersten Gehaltsvorschläge häufig zu niedrig angesetzt, was die Vakanzen verlängert und die Firmen letztlich zwingt, deutlich mehr zu zahlen, als ursprünglich nötig gewesen wäre.

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Kleinere Betriebe, insbesondere solche mit dezentralen Strukturen, stehen vor zusätzlichen Hürden: Ihnen fällt es oft schwer, wettbewerbsfähige Löhne festzulegen und schnell auf Rekrutierungsschwierigkeiten zu reagieren. Größere Unternehmen wiederum zögern mitunter, die Bezahlung für Stellen zu erhöhen, die sie als peripher für ihr Kerngeschäft betrachten – was den Prozess weiter verlangsamt.

"Proaktiv höhere Löhne anbieten" Benjamin Friedrich, Associate Professor für Strategie an der Kellogg School of Management, rät Unternehmen, von vornherein attraktivere Gehälter zu bieten, um Fachkräfte zu gewinnen. Doch viele scheuen davor zurück – aus Sorge, dass bessere Bezahlung in Stellenausschreibungen Forderungen nach Lohnerhöhungen bei der bestehenden Belegschaft auslösen könnte. Zudem sind Gehaltskürzungen im Nachhinein kaum durchsetzbar, was Arbeitgeber zögern lässt, sich zu früh auf hohe Löhne festzulegen.

Die Folge ist ein Teufelskreis aus Verzögerungen: Informationslücken und starre Lohnstrukturen halten Stellen unbesetzt, bis Unternehmen schließlich mehr bieten müssen, als nötig gewesen wäre, hätten sie schneller gehandelt.

Unternehmen unterschätzen den wahren Wert offener Stellen Die Studie deckt ein zentrales Problem auf: Firmen erkennen oft nicht, wie wichtig die Besetzung freier Positionen tatsächlich ist – und passen die Löhne daher zu langsam und unzureichend an. Je länger die Suche nach Personal dauert, desto höher werden die Kosten für die Stellenbesetzung, was die Betriebe zusätzlich belastet. Ohne bessere Markteinblicke oder flexiblere Lohnstrategien dürften sich diese Herausforderungen weiter verschärfen.

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