Wolfenbüttel setzt trotz Streit um Millionenkosten auf neue Fahrradschnellverbindung
Herbert RennerWolfenbüttel setzt trotz Streit um Millionenkosten auf neue Fahrradschnellverbindung
Der Stadtrat von Wolfenbüttel hat beschlossen, den umstrittenen Bau einer Fahrradschnellverbindung nach Braunschweig voranzutreiben. Das Projekt sorgt für Diskussionen unter den politischen Fraktionen – vor allem wegen der Kosten und der Notwendigkeit. Im Mittelpunkt der Debatte stehen das Haushaltsdefizit der Stadt in Höhe von 19 Millionen Euro sowie die geschätzten Baukosten von 1,365 Millionen Euro für die neue Strecke.
Eine Zählstation am Sternhausberg verzeichnete 2025 an Werktagen durchschnittlich 367 Fahrradfahrten. Spitzenwerte lagen bei 800, doch handelte es sich dabei um vorübergehende Ausreißer und nicht um durchgehend hohe Zahlen. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Fahrradschnellverbindung langfristig bis zu 2.000 tägliche Fahrten bewältigen könnte.
Die AfD-Fraktion hält es für sinnvoller, das Geld in die Instandsetzung bestehender innerstädtischer Radwege zu investieren. Die FDP teilt die Bedenken und hinterfragt den Bedarf für die Schnellverbindung angesichts der aktuellen Nutzungszahlen. Die SPD hingegen unterstützt das Vorhaben und betont die Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer. Die Grünen sehen darin einen wichtigen Schritt hin zu einer modernen Verkehrspolitik.
Trotz eines Antrags von CDU und FDP, das Projekt zu stoppen, stimmte der Rat für die Umsetzung. Die Fahrradschnellverbindung wird also trotz finanzieller Belastungen und Widerständen aus einigen Fraktionen realisiert. Die Stadt will damit die Radinfrastruktur verbessern, doch bleibt ungewiss, wie stark die Strecke langfristig genutzt wird. Die endgültigen Kosten und die Auswirkungen auf den täglichen Verkehr werden genau beobachtet werden.






