31 May 2026, 12:28

Zwei Jobs gleichzeitig: Warum immer mehr Deutsche nicht mehr mit einem auskommen

Polyworking

Zwei Jobs gleichzeitig: Warum immer mehr Deutsche nicht mehr mit einem auskommen

Zwei Jobs gleichzeitig – für viele deutsche Mittelschichtler längst Alltag

Eine aktuelle Umfrage des Forschungsinstituts Academized zeigt: Fast die Hälfte der 26- bis 41-Jährigen in Deutschland ist mittlerweile auf mindestens einen Nebenjob angewiesen, um über die Runden zu kommen. Steigende Mieten, stagnierende Löhne und wirtschaftliche Unsicherheit zwingen immer mehr Menschen in diesen kraftzehrenden Dauerbetrieb – oft nur, um die grundlegenden Lebenshaltungskosten zu decken.

Für eine Autorin bedeutet Polyworking – das gleichzeitige Ausüben mehrerer Tätigkeiten –, zwei Teilzeitstellen in Redaktionen zu jonglieren, dazu gelegentlich noch freiberufliche Projekte. Innerhalb des letzten Jahres hat sich ihr Arbeitspensum auf 50 bis 60 Stunden pro Woche ausgedehnt. Schlafmangel ist zum Dauerzustand geworden, das Sozialleben beschränkt sich auf hastige Sprachnachrichten und flüchtige Treffen.

Teilzeitstellen boomen – doch selbst die reichen kaum zum Leben Seit 2020 ist die Zahl der ausgeschriebenen Teilzeitjobs um fast 69 Prozent gestiegen, besonders in Großstädten. Doch selbst eine solche Stelle deckt in Metropolen wie Berlin, wo die Mieten innerhalb eines Jahrzehnts um 69 Prozent explodiert sind, kaum noch die Wohnkosten. Viele Vollzeitstellen zahlen so schlecht, dass private Altersvorsorge für die meisten unerreichbar bleibt.

Beide Jobs der Autorin basieren auf befristeten Verträgen – ein weiterer Faktor der Instabilität. Angesichts häufiger Entlassungen und eines unberechenbaren Arbeitsmarktes ist Polyworking für viele keine freiwillige Entscheidung mehr, sondern schiere Notwendigkeit. Der Druck, in einer prekären Wirtschaftslage zu bestehen, lässt kaum Raum für finanzielle Sicherheit oder Erholung.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Ein System unter Druck: Warum ein Job oft nicht mehr reicht Der Trend zu Mehrfachbeschäftigungen spiegelt eine tiefgreifende Krise auf dem deutschen Arbeitsmarkt wider. Während die Mieten steigen und die Löhne nicht mithalten, sehen sich immer mehr Arbeitnehmer mit derselben bitteren Realität konfrontiert: Ein einziger Job reicht nicht mehr aus. Die Lösung für viele? Einfach mehr arbeiten – selbst wenn es auf Kosten von Schlaf, Ersparnissen und Stabilität geht.

Quelle