AfD-Politiker Gottschalk fordert radikale Reformen bei Rente, Steuern und EU-Politik
Gerdi BaumAfD-Politiker Gottschalk fordert radikale Reformen bei Rente, Steuern und EU-Politik
AfD-Politiker René Gottschalk hat weitreichende Änderungen in der Parteipolitik zu Renten, Steuern und Energie vorgeschlagen. Seine Vorschläge umfassen Reformen des deutschen Rentensystems sowie eine Abkehr von der früheren Forderung der AfD nach einem „Dexit“ – dem Austritt Deutschlands aus der EU. Gottschalk berichtete zudem über seine persönlichen Erfahrungen mit grüner Technologie und plädierte für umfassendere Änderungen in der Energie- und Agrarpolitik.
Bei der Rentenpolitik fordert Gottschalk deutliche Kurskorrekturen. Statt wie bisher eine Angleichung an das österreichische Rentenniveau von 70 Prozent anzustreben, schlägt er ein kapitalgedecktes System vor. Eine Idee sieht vor, einen Teil des Kindergeldes in einen staatlich verwalteten Fonds fließen zu lassen, der am Kapitalmarkt angelegt wird. Zudem regte er an, Einnahmen aus der Autobahnmaut für die Rentenfinanzierung zu nutzen, mit der Begründung, dass nicht alle Arbeitnehmer – insbesondere Handwerker – über das 65. Lebensjahr hinaus arbeiten könnten.
In der Steuerpolitik räumte er zwar Fortschritte unter der Großen Koalition ein, etwa bei der Senkung der Unternehmenssteuern und Energieabgaben sowie der Erhöhung der Pendlerpauschale. Doch diese Maßnahmen gingen ihm nicht weit genug. Kritik übte er auch an den EU-Agrarsubventionen, die er für überflüssig hält: „Landwirte brauchen keine Subventionen“, erklärte er.
Gottschalk berichtete zudem von seinen eigenen Erfahrungen mit grüner Technologie: Er betreibt seit einem Jahr eine Wärmepumpe, seit vier Jahren eine Photovoltaikanlage und fährt ein Elektroauto eines deutschen Herstellers. Wärmepumpen bezeichnete er als die kostengünstigste Heizoption und wies die Annahme zurück, sie funktionierten nur mit Fußbodenheizung.
Auch in der EU-Politik zeigt sich ein Wandel innerhalb der AfD. Eine Mehrheit der Parteimitglieder lehnt mittlerweile den „Dexit“ ab – ein deutlicher Bruch mit früheren Forderungen nach einem Austritt Deutschlands aus der Union.
Gottschalks Vorschläge markieren eine Abkehr von einigen traditionellen Positionen der AfD. Seine Rentenvisionen, die Steuerkritik und das Engagement für grüne Technologien deuten auf ein grundlegendes Umdenken in der Parteipolitik hin. Gleichzeitig signalisiert die nachlassende Unterstützung für den „Dexit“ einen gemäßigteren Kurs in der Frage der deutschen Rolle in der EU.






