NRW-Polizei setzt auf Open-Source-Intelligenz gegen digitale Kriminalität
Herbert RennerNRW-Polizei setzt auf Open-Source-Intelligenz gegen digitale Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen mit Schwerpunkt Open-Source-Intelligenz aus
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Fähigkeiten mit einem großen Vorstoß in den Bereich Open-Source-Intelligenz (OSINT). Die Initiative umfasst neue Schulungsprogramme, spezialisierte Einheiten und ein wachsendes Expertenteam zur Bekämpfung politisch motivierter Kriminalität. Die Behörden wollen Online-Ermittlungen durch strukturierte Ausbildung und abgestimmte Operationen ausbauen.
Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat unter der Leitung von Fabian Coenen seine OSINT-Abteilung deutlich ausgebaut. Was einst als Zweier-Team begann, ist heute als Unterabteilung 22.2 mit 16 Fachkräften besetzt. Zum Team gehören IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler, die sich auf die Gewinnung von Erkenntnissen aus öffentlich zugänglichen Quellen spezialisiert haben.
Ausbildung spielt eine zentrale Rolle in dieser Expansion. Beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss leitet Marc Restemeyer die OSINT-Schulungen. Sein Team entwickelte ein standardisiertes Programm, um sicherzustellen, dass Beamte effektiv und rechtlich einwandfrei arbeiten. Der Lehrplan umfasst die Analyse sozialer Medien und andere Open-Source-Methoden, um die Teilnehmer auf reale Ermittlungen vorzubereiten.
Das im September 2024 gestartete Projekt „Digitale Streife“ markiert einen weiteren Fortschritt. Das LKA stellte zehn zusätzliche Beamte ein und band fast 100 weitere in sechs Landesbehörden für den Schutz der Verfassung ein. Das Team von Swen Schubert in Köln, das größte im Netzwerk, verfügt nun über 18 Stellen, darunter 16 Fallbearbeiter. Über 60 Bewerber konkurrierten um diese Positionen – ein Zeichen für das große Interesse an digitaler Polizeiarbeit.
Über die Ausbildung hinaus fungiert das LKA als zentrale Schaltstelle für die „Digitale Streife“. Es koordiniert die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, sorgt für einheitliche Standards und vernetzt die regionalen Kräfte. Sechs spezialisierte Einheiten bieten zudem Schnellreaktions-OSINT-Unterstützung für dringende Einsätze und stärken so die Schutzmaßnahmen des Landes.
Die Erweiterung verbindet Ausbildung, Spezialeinheiten und vernetzte Strukturen. Fast 100 Beamte wirken mittlerweile in OSINT-Ermittlungen mit, wobei standardisierte Methoden die Rechtmäßigkeit gewährleisten. Die Initiative unterstreicht den Willen Nordrhein-Westfalens, die Polizei für die digitalen Herausforderungen der Zukunft zu rüsten.






