Wasserstoff-Offensive in Deutschland: Milliarden liegen brach – warum die Wende stockt
Catrin KabusWasserstoff-Offensive in Deutschland: Milliarden liegen brach – warum die Wende stockt
Deutschlands Wasserstoff-Offensive stockt trotz hoher Fördergelder
Trotz beträchtlicher finanzieller Mittel kommt Deutschlands Vorstoß in die Wasserstoffenergie nur langsam voran. Während die Bundesregierung den Ausbau eines industriellen Wasserstoffnetzes vorantreibt, bleiben große Teile der bereitgestellten Gelder ungenutzt. Kritiker führen schwache Nachfrage und hohe Kosten als Hauptgründe für die zögerliche Entwicklung des Sektors an.
Bis Ende 2025 waren zwar mehr als die Hälfte der knapp 142 Millionen Euro, die für Forschungsförderung im Energiebereich vorgesehen waren, abgerufen worden. In anderen Bereichen hinkte die Umsetzung jedoch deutlich hinterher. Von den 120 Millionen Euro, die 2024 und 2025 für den Bau von Elektrolyseuren bereitstanden, wurden lediglich 4,1 Millionen Euro tatsächlich ausgezahlt.
Bayern als Spiegel des Bundestrends Auch in Bayern blieb ein großer Teil der Wasserstoffförderung ungenutzt – vor allem wegen geringer Nachfrage. Das einst als Leuchtturmprojekt angepriesene Tankstellenprogramm lief weitgehend ergebnislos aus. Von den 61 Millionen Euro, die zwischen 2018 und 2025 für Wasserstofftankstellen vorgesehen waren, flossen nur 16,3 Millionen Euro. Zudem gaben Empfänger 9 Millionen Euro an nicht genutzten Subventionen zurück, nachdem Projekte nicht realisiert wurden.
Skepsis bei Experten – Vorwürfe an die Politik Energieexperten stehen der Zukunft von Wasserstoff in den Bereichen Heizung und Verkehr kritisch gegenüber. Die hohen Produktionskosten machten ihn zu einer unwahrscheinlichen Alternative zu herkömmlichen Brennstoffen. Die Grünen-Politiker Martin Stümpfig und Markus Büchler warfen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) vor, öffentliche Gelder mit unwirksamen Förderprogrammen zu verschleudern. Die kaum genutzten Subventionen seien ein Beleg für mangelnde Planung.
Abhängigkeit von Importen bleibt Selbst bei erfolgreichen nationalen Bemühungen würde Deutschland weiterhin stark auf Wasserstoffimporte angewiesen sein – ähnlich wie derzeit bei Erdgas. Die zögerliche Markteinführung offenbart die Kluft zwischen Fördergeldern und tatsächlicher Nachfrage. Da die meisten Subventionen unangetastet bleiben und zentrale Programme eingestellt werden, wächst die Kritik an der Regierungsstrategie. Während der industrielle Einsatz im Fokus bleibt, rücken breitere Anwendungen zunehmend in weite Ferne.






